Eindrücke aus Südafrika – von Anna und Fabian

Nach mehreren Anläufen und trotz höherer Gewalt (Iran-Krieg, Lufthansa-Streik) konnte unsere geplante Reise nach Südafrika doch noch stattfinden. In Durban endlich angekommen wurden wir herzlich von Edeltraud und zwei Mitarbeitern des Development Departments mit einer südafrikanischen Flagge empfangen.

Anschließend holten wir unseren Mietwagen ab und fuhren direkt nach Eshowe zum Holy Childhood Convent, wo wir alle Schwestern kennenlernen durften. Besonders bewegend war die Gastfreundschaft der Ordensschwestern. Wir haben mit ihnen zu Abend gegessen, geredet, gespielt und gelacht.  Es fühlte sich für uns wie eine große Familie an. Beeindruckt hat uns, dass ihr Leben nicht so streng und kontrolliert ist, wie wir es von Ordensleuten aus Deutschland kennen – vielmehr wirkte ihr Leben im Kloster frei und herzlich.

Im Holy Childhood Convent in Eshowe wurden wir herzlich empfangen

An einem unserer Tage besuchten wir den Kindergarten in Dumayo. Er befindet sich im Hinterland von KwaZulu/Natal. Der Weg dorthin ist sehr anspruchsvoll. Man kann sich diesen wie einen Feldweg mit Schlaglöchern, der immer bergauf und bergab geht, vorstellen. Ebenfalls sind es auch sehr weite Wege dort. Die Entfernungen im Zululand sind ganz anders als die Wege, die wir von Zuhause kennen. In Dumayo angekommen wurden wir sehr herzlich begrüßt – auch ein Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit, dass man sie im Hinterland wahrnimmt und nicht vergessen hat.

Im Kindergarten in Dumayo durften wir für kurze Zeit in das Leben der Kinder eintauchen. Viele Kinder dort sind hellhäutigen Menschen gegenüber zurückhaltend und eher ruhig. Sie lernen bereits in jungen Jahren sehr viel und der Tagesablauf verläuft dort geordnet und strukturiert. Der Kindergarten wird zu Fuß oder durch ein sogenanntes Sammeltaxi erreicht, die leider nicht immer sicher sind. Für uns war es unvorstellbar, dass kleine Kinder allein auf weiten Wegen zu Fuß gehen.

Einige Tage später besuchten wir einen Kindergarten in der Stadt Eshowe, eine Art „Hinterhof-Kita“, die eine Frau privat gegründet hat, denn der Bedarf an Kitas ist groß. Hier war die Atmosphäre ganz anders als in Dumayo. Die Kinder waren nicht schüchtern, sondern aufgeschlossen und voller Freude über den Besuch von uns hellhäutigen Menschen. Sie waren lebhaft, aktiv und neugierig. Auch hier lernen sie bereits in ihren jungen Jahren schon sehr viel in englischer Sprache. Einen geordneten Ablauf gibt es dort ebenfalls, doch die Kinder können sich auch frei beschäftigen solange sie sich anständig und ruhig verhalten. Wenn es einmal zu laut wird, sorgt die Erzieherin mit Lied und Spiel für Ruhe.

Nach dem Besuch der beiden Kindergärten haben wir festgestellt, dass das Leben sehr unterschiedlich sein kann – zwischen Zurückhaltung im Hinterland und Offenheit in der Stadt. Es ist uns aufgefallen, dass Kinder hier viel schneller und früher selbstständig sind, als wir es von uns aus Deutschland kennen.

Darüber hinaus hatten wir den Eindruck, dass die Leute hier sehr hilfsbereit sind, was bei uns in Deutschland leider oft zu wünschen übrig lässt. Schlechte Laune sahen wir nicht. Menschen versuchen immer wieder, aus allem das Beste zu machen, sei es noch so schlecht.

Diese verschiedenen Eindrücke haben uns tief bewegt.

Anna Ferber

Fabian Mihatsch

Fotos: Yebo